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Ich bekomme jetzt Schokolade bis zum Abwinken

YAM! | 1. Juli 2006 | von CHRISTIAN HENNING

Im Kino spielt Philip Wiegratz (12) einen verwöhnten Bengel, der in einer Schokoladenfabrik sein Fett weg bekommt. Im echten Leben ist Philip ein bescheidener Junge, der sein Hobby zum Beruf machte. Yam! erzählte er, wie der Dreh mit Johnny Depp war.

Yam! WIE BIST DU ZUM SCHAUSPIELER GEWORDEN?
Philip: Ich wollte schon immer Theater spielen. Die Schauspielschule Holzhaustheater in Zielitz hat mich dann aufgenommen. Zwei Jahre später wurde ich von meiner jetzigen Agentin zusammen mit ein paar anderen Kindern entdeckt. Bald darauf kam schon „Charlie...“.

HATTEST DU VIEL KONKURRENZ?
Philip: Es hatten sich etliche Jungs für die Rolle vorgestellt, von denen einige in die engere Auswahl gekommen sind. Der Regisseur Tim Burton hat uns in Berlin noch mal getestet, und ich wurde genommen.

WIE WAR JOHNNY DEPP?
Philip: Total super! Er hat ständig Witze gerissen und uns Kinder immer sehr lieb behandelt.

WIE MUSS MAN SICH DIE ARBEIT MIT IHM VORSTELLEN? KONNTEST DU IN DEN DREHPAUSEN MAL EIN EIS MIT JOHNNY ESSEN?
Philip: Er hat sich schon mit uns unterhalten, wurde aber auch ein bisschen abgeschirmt, was ich verstehen kann. Schließlich musste auch er sich auf den Job konzentrieren.

WIE LANGE HAST DU MIT IHM GEARBEITET?
Philip: {überlegt}: Die Proben liefen ohne Johnny. Ich habe ungefähr zwei Monate gedreht und davon zehn Tage mit Johnny. Das Witzige war, dass Johnny immer urplötzlich auftauchte und wieder verschwand. Niemand hat ihn je ankommen gesehen oder es mitbekommen, wenn er den Set wieder verließ. Er war einfach plötzlich da und wieder weg.

WAS HAT DICH AM MEISTEN BEI IHM ÜBERRASCHT?
Philip: Ich dachte immer, er hätte lange Haare, aber am Set waren seine Haare kurz und zurück gegelt, wegen der Perücke. Aber ich hab ihn trotzdem erkannt (grinst)

HAST DU NOCH KONTAKT ZU IHM?
Philip: Nein, wir haben uns nur mal bei der Premiere des Films in London gesehen.

WARST DU SEHR NERVÖS?
Philip: Anfangs schon, aber alle waren so nett, das meine Nervosität bald weg war. Es war aber auch hart. Die Szene, in der wir die Fabrik wieder verlassen, musste ich eingeschmiert in ganz viel Nutella und Silikon spielen. Dabei habe ich ganz schön gefroren.

MUSSTEST DU FÜR DIE ROLLE EIGENTLICH ZUNEHMEN?
Philip: Nein, ich habe einen Fat-Suit getragen (wie Alex Neldel für "Verliebt in Berlin "; Anm. d. Red.). Der hat beim Gehen richtig schön geschwabbelt. Es hat aber lang gedauert, bis das Teil fertig war.

WAR'S DENN BEQUEM?
Philip: Nicht wirklich. Wenn ich mich hinsetzen wollte, musste ich das ganz, ganz vorsichtig machen, und ich hatte auch Mühe, wieder allein aufzustehen.

UM DEIN SCHOKOBAD BENEIDEN DICH SICHER VIELE...
Philip: Das war leider nicht ganz echt. Es war ein Mix aus Schokolade, Farbe, Silikon und Öl. Lecker war’s nicht, dafür ganz schön kalt.

WIE HABEN DEINE MITTSCHÜLER AUF DAS ALLES REAGIERT?
Philip: Ich habe das nicht an die große Glocke gehängt. Das hat sich so rumgesprochen. Anfangs hat mir niemand geglaubt, aber als ich häufiger nach London geflogen bin, war es klar. Zum Glück hat sich nichts verändert. Meine Freunde aus der Zeit vor "Charlie ..." habe ich auch heute noch.

KOMMST DU BEI DEN MÄDELS JETZT AUCH SO GUT AN WIE JOHNNY DEPP?
Philip: Ein kleines bisschen beliebter bin ich schon geworden, scheint mir. Aber nicht viel.

WAREN DEINE MITSCHÜLER STOLZ AUF DICH, ODER GAB ES AUCH NEIDER?
Philip: Ein paar waren auch neidisch, aber das hat sich ziemlich schnell wieder gelegt.

DARF ICH FRAGEN, WIE VIEL DU VERDIENT HAST?
Meine Gage möchte ich nicht verraten, aber so viel darf ich sagen: Ich bekomme jetzt so viel Wonka-Schokolade, wie ich möchte (grinst)...


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