Nordseezeitung | 13. März 2004 | von IRIS HETSCHER
Kinder lernen bei „TASK“ die Grundregeln für Theater und Film
Ein summendes „Brrrrr“ erfüllt den Raum. Die Arme schlackern locker um den Körper, während die Lippen das entspannende Geräusch ausspucken. Regisseurin Hella Peperkorn geht um die Kinderpaare herum, muntert zu mehr Geräusch auf und schaut zufrieden - Auftakt zum Schnupperunterricht bei der Kinderschauspielschule „TASK“.
„Es geht darum, dass ihr den Raum und den Partner wahrnehmt“, sagt sie mit ruhiger Stimme, während in dem hellen Tanzsaal aufmerksam 14 Augenpaare den Bewegungen und den Worten von Hella Peperkorn folgen. „Die besten Schauspieler sind die, die mit ihrer Präsenz den ganzen Raum ausfüllen, den sie haben“. Der Raum, das ist in diesem Fall der Tanzsaal als Probebühne. „Beim Schauspiel sagen wir, wir machen ein Spielangebot“, erklärt sie den zwölf Mädchen und zwei Jungen, die im Kreis um sie herum sitzen. Winkt man jemandem zu, heiße dies natürlich „Hallo“. Aber man dürfe das nicht irgendwie machen, lernen die Schauspielaspiranten zwischen 6 und 14 Jahren. „Macht ganz klare Gesten“, so die Hamburger Regisseurin. Sie steht auf, hebt die Hand zum Winken, guckt Rebecca in die Augen und sagt mit fester Stimme „Hallo“. Jetzt sind die anderen dran. In Zweiergrüppchen verteilen sich die Kinder im Raum, noch etwas unsicher. Hier und da wird gekichert, andernorts mutig probiert. Improvisieren ist ein Stichwort, das an diesem Nachmittag noch einige Male fallen wird. Mal laut schreien, mal leise sprechen, dann wieder nur zeigen. Das gesamte Programm eines schauspielerischen „warm ups“ werden durchlaufen.
Körperbeherrschung, Spechunterricht, Improvisation, spielerischer Umgang mit Texten - all dies sind Komponenten des Schauspielunterrichts, „die aber nicht nur für die Bühne, sondern auch fürs spätere Leben wichtig sein können“, sagt Hella Peperkorn.
Neben ihr musste „TASK“ zwei weitere Schauspiellehrer für die Bremer Niederlassung anheuern. Das Interesse sei riesengroß. In Hamburg, wo TASK seit sechs JAhren aktiv ist, üben derzeit 120 Kinder den spielerischn Umgang mit und vor der Kamera. Und sind vielleicht eines Tages im Kino oder Fernsehen in einer Rolle zu sehen. Denn Task vermittelt talentierten Nachwuchs an Produktionsgesellschaften. Serien wie „Großstadtrevier“ drehen regelmäßig mit den Kinderdarstellern. Aber Peperkorn stellt klar: „Hier geht es um Spaß und nicht um die große Karriere.“